„Wir wollten eine Trommel entwickeln, die man auf der Baustelle nicht erklären muss – sondern einfach benutzt.“

 

Wer Olav Törnroos kennt, weiß: Wenn es um CIPP-Lining geht, denkt er nicht in Einzelteilen. Für unseren Technical Director ist eine Lining-Trommel nicht einfach ein Produkt, sondern das Ergebnis unzähliger Baustellen, Tests und Verbesserungen.

Genau deshalb wollten wir mit ihm über die Entstehung der neuen Picote Lining Drums sprechen – und darüber, was in unserer ganz eigenen „Trommelfabrik“ eigentlich passiert.

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Was hat Picote dazu bewogen, eigene CIPP-Lining-Trommeln zu entwickeln?

Wir liefern und nutzen seit vielen Jahren Lining-Trommeln für die Rohrsanierung und haben dadurch ein gutes Verständnis dafür entwickelt, worauf es Fachunternehmen im täglichen Einsatz ankommt.

Im Laufe der Zeit haben wir zudem eine Reihe praktischer Verbesserungen identifiziert, durch die sich die Handhabung der Ausrüstung noch einfacher und effizienter gestalten ließe. Da wir bereits über das nötige Know-how in Konstruktion, mechanischer Bearbeitung und Fertigung verfügten, war die Entwicklung einer eigenen Lining-Trommel der logische nächste Schritt.

Es ging uns nicht einfach darum, eine weitere Inversionstrommel herzustellen. Unser Ziel war es, all unsere Erkenntnisse aus Fertigung, Produktentwicklung und eigener Praxiserfahrung von Grund auf in eine einzige, durchdachte Konstruktion einfließen zu lassen.

Foto: Picote Lining Drums lassen sich für einen flexiblen Zugang am Einsatzort – etwa in Kellern, Dachbodenluken usw. – vom Transportwagen abnehmen.
Picote Inversionstrommel

Picotes Produktentwicklug ist stark beeinflusst von praktischen Erfahrungen aus dem eigenen Dienstleistungsbetrieb in Finnland. Welche Bedeutung hat das für den Designprozess?

Das ist ein enormer Vorteil. Unsere Montageteams in Finnland setzen die Ausrüstung täglich auf Baustellen ein; so erhalten wir ständig Rückmeldungen von denjenigen, die das ganze Jahr auf unsere Maschinen und Werkzeuge angewiesen sind.

Dieses Feedback ist von unschätzbarem Wert. So erfahren wir oft von kleinen Details, die auf der Baustelle den Unterschied machen. Ob es darum geht, die Bedienung zu beschleunigen, die Handhabung zu erleichtern oder die Anwendung intuitiver zu gestalten – diese praktischen Erkenntnisse fließen direkt in die Entwicklung und Optimierung unserer Produkte ein.

Ziel war es, die Lining-Trommel so intuitiv wie möglich zu gestalten.
Routinearbeiten – wie der Wechsel von Düsen und Zubehör – sollten schnell und unkompliziert von der Hand gehen, ganz ohne Schraubenschlüssel oder anderes Werkzeug.


Können Sie uns erzählen, wie die Lining-Trommeln hergestellt werden?

Der Fertigungsprozess ist eine Kombination aus effizienter Automatisierung und qualifizierter Handwerkskunst. Präzisionsbauteile werden in unserem Werk in Estland mittels robotergestützter Verfahren geschweißt und anschließend nach Finnland transportiert; dort wird jede Trommel von Hand montiert, feinbearbeitet und individuell geprüft.

Die interne Fertigung ermöglicht uns die volle Kontrolle über die Qualität und erlaubt es uns, das Produkt bei neuen Ideen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Jede Trommel wird nach anerkannten technischen Standards gefertigt und durchläuft vor Verlassen des Werks strenge Prüfungen – so können sich Anwender darauf verlassen, dass die Ausrüstung auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig funktioniert.


Foto: Olav Törnroos und Dan Holmes demonstrieren die neuen CIPP-Lining-Trommeln anlässlich des Picote UK Open House in Sandhurst, Juni 2026

dan and olav with new lining drums

Hat sich das Projekt als anspruchsvoller herausgestellt, als Sie erwartet hatten?

Definitiv! Eine der größten Herausforderungen betraf die Druckstufen. Sobald der Betriebsdruck erhöht wird, fallen die Trommeln unter den Geltungsbereich der europäischen Druckgeräterichtlinie (DGRL).

Das beeinflusst das gesamte Projekt. Es geht nicht mehr nur darum, ein robustes Produkt zu konstruieren. Konstruktion, Fertigungsverfahren, Schweißprozesse, Qualitätssicherungssysteme und Prüfungen müssen allesamt anerkannten Normen entsprechen.

Dies erforderte spezielle Schulungen, Investitionen in die Fertigungsverfahren sowie umfangreiche Prüfungen und Zertifizierungen durch unabhängige Stellen. Das Projekt wurde weitaus komplexer, als wir ursprünglich angenommen hatten – aber es war uns wichtig, es von Grund auf richtig zu machen.

Foto: Testeinsatz eines Prototyps der CIPP-Lining-Trommel 550 auf einer Baustelle in Großbritannien, Sommer 2025

LINING DRUM SCOTLAND 1

Was bedeutet diese Investition für Sanierungsunternehmen?

Dem Unternehmen steht mit einer Picote Lining Drum eine Trommel zur Verfügung, die den anerkannten internationalen Standards vollständig entspricht und ihnen gleichzeitig mehr Flexibilität bei der Verarbeitung einer größeren Bandbreite an Liner-Materialien bietet.
Ein großer Teil dieser Entwicklungsarbeit ist auf den ersten Blick nicht sichtbar – sie bildet jedoch die Grundlage dafür, wie die Trommeln entwickelt und gefertigt wurden.

 

Über die Norm hinaus: Was wollten Sie zusätzlich verbessern?

Die Benutzerfreundlichkeit war für uns genauso wichtig. Merkmale wie größere Räder, ein robustes Fahrgestell, die abnehmbare Trommeleinheit, verschiedene Montagepositionen und ein größeres Sichtfenster sind alle aus praktischer Erfahrung entstanden. Unser Ziel war es, eine Ausrüstung zu entwickeln, die einfach zu handhaben ist und sich leicht an unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen lässt.

Oft sind es gerade diese kleinen Verbesserungen, die im Laufe eines Arbeitstages den Unterschied machen.

 

Was waren die größten technischen Herausforderungen?

Wahrscheinlich die Zugangsöffnung und die Druckklassifizierung. Die Normen für Druckbehälter wurden ursprünglich für Anlagen wie Kessel und industrielle Druckbehälter entwickelt, bei denen ein schneller Zugang in der Regel keine Priorität hat. Wir wollten eine Öffnung entwickeln, die diese Normen erfüllt und gleichzeitig im Arbeitsalltag von Sanierungsunternehmen praktikabel bleibt.

Daraus entstand unser zweistufiger Verriegelungsmechanismus, der einen eventuell vorhandenen Restdruck sicher abbaut, bevor die Öffnung vollständig geöffnet werden kann. Das ist eines dieser Merkmale, das im fertigen Zustand erstaunlich einfach aussieht – hinter dem jedoch sehr viel Entwicklungsarbeit steckt.

Auch das Erreichen der geforderten Druckklassifizierung war nicht einfach eine Frage stärkerer Materialien. Jede einzelne Komponente musste als Teil eines normgerechten Druckbehälters funktionieren, während gleichzeitig eine Trommel entstehen sollte, die wirtschaftlich gefertigt, transportiert und täglich eingesetzt werden kann. Dieses Gleichgewicht zu finden, erforderte umfangreiche Entwicklungsarbeit, Tests und kontinuierliche Optimierung.

Foto: Picote 780 Lining Drum mit Picote Sanierungsunternehmen in Finnland

Picote 780 lining drum onsite

Wie hat die zunehmende Verbreitung der UV-Härtung das Design beeinflusst?

Als Lining-Trommeln ursprünglich entwickelt wurden, spielte die UV-Härtung noch eine deutlich geringere Rolle. Als Sanierungsunternehmen begannen, ihre Ausrüstung an UV-Systeme anzupassen, konnte das zusätzliche Gewicht die Stabilität beeinflussen.

Deshalb haben wir diese Trommeln von Anfang an für den Einsatz mit UV-Härtung ausgelegt und deren Schwerpunkt abgesenkt, was die Standfestigkeit deutlich verbessert. Keine spektakuläre optische Veränderung, aber etwas, das Anwendende im täglichen Einsatz deutlich spüren.

Ein weiteres praxisorientiertes Detail ist die hohle Zentralwelle. Sie ermöglicht die Wasserzufuhr durch die Achse und erlaubt gleichzeitig die Montage des Handrads auf beiden Seiten der Trommel. Besonders in Arbeitsbereichen mit eingeschränktem Zugang, bietet das einen echten Vorteil.

Foto: Beweglichkeit ist auf der Baustelle entscheidend.

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Worauf sind Sie rückblickend am meisten stolz?

Wahrscheinlich auf die Menge an Entwicklungsarbeit, die in einem Produkt steckt, das auf den ersten Blick erstaunlich einfach wirkt.

Die neuen Picote Lining Drums sehen auf den ersten Blick nicht radikal anders aus, doch ein enormer Teil der Arbeit steckt in Details, die zunächst gar nicht auffallen. Gute Ingenieursarbeit bedeutet nicht immer, etwas völlig anders aussehen zu lassen. Manchmal bedeutet sie, etwas so zu verbessern, dass es sich für die Person, die es täglich nutzt, einfach selbstverständlich richtig anfühlt.

Foto: Picote Lining Drum während einer Live-Demonstration auf der WWETT 2026 – in Kombination mit den Picote Smart Heat- und Pressure Guard-Systemen für eine stressfreie Linerinstallation.. 

Picote Lining Drum with Pressure Guard and Smart Heat

Picote CIPP Lining Drums

    • CE-zertifizierte Druckbehälterkonstruktion (PED-konform)
    • Hohe Druckklassifizierung für die Verarbeitung einer größeren Bandbreite an Liner-Materialien
    • Kompatibel mit dem Picote Pressure Guard
    • Stabile Konstruktion, optimiert für UV-Härtungssysteme
    • Großes Sichtfenster für bessere Kontrolle während der Installation
    • Innovativer zweistufiger Sicherheitsverriegelungsmechanismus mit werkzeugloser Einhandöffnung
    • Hohle Zentralwelle für Wasserzufuhr bei gleichzeitig beidseitig montierbarem Handrad
    • Abnehmbare Trommel vom Fahrgestell für maximale Flexibilität
    • Multi-Port kompatibel mit CCTV, Smart Heat Cable und Dampfanwendungen
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Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zu den Picote Lining Drums. 

Für Preise, Lieferzeiten und Bestellinformationen wenden Sie sich bitte an Ihren lokalen Fachhändler. Eine Übersicht aller Picote Fachhändler finden Sie auf unserer Händlerseite.